Ballaststoffe aus Sojabohnen 

Ballaststoffe sind Nicht-Stärke-Polysaccharide (NSP), wie Cellulose, Hemicellulose, Lignin, Pentosane, Pektin etc. Sie sind in allen pflanzlichen Nahrungsmitteln enthalten und kommen in unterschiedlicher Menge und Zusammensetzung vor. Der Ballaststoffgehalt getrockneter Sojabohnen liegt im Mittel bei 17 %. Er besteht sowohl aus unlöslichen als auch löslichen Ballaststoffanteilen. Unlöslich sind die Polysaccharide, die sich nicht in Wasser oder verdünnten wässrigen Alkalilösungen lösen. Dies sind Cellulose, Lignin und ein Teil der Hemicellulosen. Löslich sind der Hauptteil der Hemicellulosen, Pektine und Pentosane.

Gehalt an Ballaststoffen (nichtstärkeartigen Polysacchariden (NSP)) bei Sojaprodukten

ProduktNSP-Fraktio

Produkt
NSP-Fraktion
Gehalt an NSP
(%TS)
Cellulose
(%TS)
Rha* Fuc Ara Xyl Man Gal Glu Us
Getrocknete Sojabohnen
Unlösliche NSP

Lösliche NSP

Gesamt NSP

Quotiert**

9,4

7,2

16,6

0,77

4,6

4,6

Sp***

0,3

0,3

0,1

0,4

0,5

1,0

1,4

2,4

0,9

0,5

1,4

0,3

0,4

0,7

1,5

2,4

4,0

Sp

0,1

0,1
0,9

1,7

2,6

Sojabohnenschalen
Unlösliche NSP

Lösliche NSP

Gesamt NSP

Quotiert**

59,4

15,3

74,7

0,26

39,4

39,4

0,2

0,7

0,9

Sp

0,4

0,4

3,5

2,2

5,7

9,0

0,4

9,4

3,4

2,0

5,4

1,1

1,7

2,8

Sp

0,5

0,5
2,8

7,4

10,2

Mehl aus geschälten Sojabohnen
Unlösliche NSP

Lösliche NSP

Gesamt NSP

Quotiert**

6,4

5,6

12,0

0,88

2,4

2,4

Sp

0,3

0,3

0,1

0,2

0,3

0,9

1,2

2,1

0,6

0,3

0,9

0,2

0,2

0,4

1,6

2,0

3,6

Sp

0,1

0,1

0,6

1,3

1,9

**Quotiert: Lösliche NSP/Unlösliche NSP

***SP = Spuren

Die Sojabohnen bestehen zu etwa 90 % aus Endosperm, 8 % Schalen und 2 % Keimling. Die Schalen sind ballaststoffreicher als das Endosperm wie aus der obigen Tabelle zu ersehen ist. (1)

Wirkungsweise der Ballaststoffe

Das wesentliche Charakteristikum der Ballaststoffe liegt darin, dass sie ausschließlich im Darm wirksam sein können. Sie haben zwei bedeutsame Eigenschaften, die sie für unsere Gesundheit unentbehrlich machen. Sie sind unverdaulich und binden Wasser, indem sie aufquellen. So vergrößern sie Volumen und Gewicht des Darminhalts und machen ihn gleichzeitig weicher. Ballaststoffe regen auf natürliche Weise die Darmperistaltik an und sorgen für eine geregelte Darmentleerung.

Ballaststoffe

– verstärken das Sättigungsgefühl durch erhöhte Magenfüllung

– verzögern die Magenentleerung

– regeln die Absorption

– vermehren das Stuhlvolumen

– reduzieren die Transitzeit

– verringern den Dickdarmkontakt

– vermeiden Divertikelbildung

Einfluss der Ballaststoffe auf Stoffwechselvorgänge

1. Ballaststoffe und Cholesterin

Ein möglicher Zusammenhang zwischen dem Ballaststoffgehalt der Nahrung und dem Serumcholesterin sowie den Serumtriglyceriden wurde durch Beobachtungen gestützt, die erkennen lassen, dass Vegetarier im allgemeinen niedrigere Blutfettwerte als Mischkost essende Personen aufweisen. Man vermutet daher, dass Interaktionen von einzelnen Polysacchariden der Ballaststoffe mit Cholesterin stattfinden können. In Tierversuchen, in denen reines Lignin gefüttert wurde, konnte eine signifikante Cholesterinreduzierung festgestellt werden. Nicht beeinflusst wurden die Triglyceride. In Studien an Patienten mit hohen Cholesteringehalten von 250 – 330 mg/dl im Blut, denen über einen längeren Zeitraum Sojaballaststoffe verabreicht wurden, konnte ebenfalls eine deutliche Senkung des Cholesteringehaltes gegenüber der Kontrollgruppe festgestellt werden. (2+3) Eine zusätzliche Erklärung für den cholesterinsenkenden Effekt von Ballaststoffen könnte auch die gesteigerte Gallensäuresynthese als Folge der vermehrten Gallensalzausscheidungen mit dem Stuhl sein.

2. Ballaststoffe und Kohlenhydratstoffwechsel

Ein weiterer interessanter Effekt einiger unverdaulicher Polysaccharide ist die therapeutische Beeinflussung des Diabetes. Sojaballaststoffe in höherer Menge aufgenommen, wirken auf den Serumglucosewert positiv ein. Der Ballaststoffzusatz verursacht nach den jeweiligen Mahlzeiten eine beschleunigte Rückkehr der Serumglucosewerte zu den Grundwerten. Als regelnden Mechanismus hierfür wird eine verzögerte Magenentleerung und dadurch erwünschte, langsamere Aufnahme der Kohlenhydrate im Bereich des Dünndarms angenommen. (4)