Die Reise nach Amerika 

Die Diskussion über die Auswirkung von elektrischen und magnetischen Feldern, elektromagnetischen Feldern, Wellen und Impulsen auf die belebte Natur, insbesondere den Menschen, wird in der einen oder anderen Form seit Jahrhunderten unter dem Kriegsruf „Elektrosmog“ seit rund zwei Jahrzehnten besonders intensiv geführt.

Es ist bemerkenswert, dass der noch gar nicht richtig erkannten Elektrizität bzw. dem Magnetismus immer wieder Heilkräfte zugeordnet wurden, etwa bei der Anwendung elektrischer Fische vor rund 2000 Jahren, bei der Anwendung von Magneten in frühen Hochkulturen (China, Ägypten). Erwähnenswert auch die Tatsache, dass in einer Reihe vergangener Kulturen der Blitz nebst seinem Donner göttlichen Kräften und Göttern direkt zugeordnet wurde, nach dem Wissen des Verfassers diese Naturenergie aber nie für Opferungs- oder Bestrafungszwecke verwendet wurde (Im Gegensatz etwa zur Sonne oder auch Hydroenergie, der in Gestalt der Niagarafälle irokesische Mädchen als Opfergaben übergeben wurden oder dem über-die-Klippe-stürzen in Europa).

Einen deutlichen Hinweis verdienen auch die vielen Naturwissenschaftler und die beachtliche Anzahl naturwissenschaftlich orientierter Ärzte, die sich in den letzten drei Jahrhunderten intensiv sowohl mit der Elektrizität als auch mit dem Komplex Elektrizität-Biologie/Mensch befasst haben. In der „Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte“ lebt ein Stück dieser großen – insbesondere auch deutschen Tradition weiter.

Dass Elektrizität wie jede andere Energieform in größerer Menge auch (lebens-)gefährlich sein kann, hat man schon früh ausprobiert:

Der französische Abt Nollet tötete in der Zeit um 1746 kleine Tiere mit Elektrizität zu Versuchszwecken; in England berichtete beispielsweise um 1766 Priestley über die elektrische Tötung von Ratten, Mäusen, Vögeln, Katzen und in den USA führte man 1888 den „Elektrischen Stuhl“ für die Todesstrafe ein, mit dem durchaus auch experimentiert wurde (z.B. Querdurchströmung). Unfälle mit menschenerzeugter Elektrizität und tödlichem Ausgang gab es seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts; insbesondere in Deutschland wurden systematisch aufeinander abgestimmte Sicherheitsvorschriften erlassen, das Werk der VDE-Vorschriften hat vielen Ländern als Vorbild gedient und zum „Made in Germany“ -Nimbus beigetragen.

Auch die Wirkung von Hochfrequenz auf den Menschen wurde schon um die Wende 19./20. Jahrhundert erkannt (von Zeyneck; Nagelschmidt) und ersten Nutzungen zugeführt.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurden wissenschaftliche Grundlagen verbreitert, das Anwendungsspektrum ausgeweitet. Empirie auf der Grundlage mehr oder weniger einheitlicher medizinischer Geräte und Anwendungsarten führte und führt über hinreichend viele Anwendungen, Fälle und deren sachgerechte (!) statistische Aufbereitung zu statistisch aussagekräftigen Feststellungen und Prognosen.
Dies wiederum sagt noch nichts über das individuelle Verhalten und die individuelle Reaktion auf zugeleitete, zugestrahlte oder durch individuelles Verhalten erzeugte Elektrizität aus. Bei der Größenordnung von 1014 Zellen eines menschlichen Körpers und angesichts der Tatsache, dass diese alle durch Energieversorgung und Informationssystem auf weitgehend „elektrischer“ Grundlage verknüpft sind (denn jeder Stoffwechselprozess ist eine chemische Umsetzung, bei der grundsätzlich elektrische Ladungen beteiligt sind, und dies gilt vom Prinzip her auch für die Informationsübertragung) sowie der Vielzahl der elektrischen Prozesse in jeder Zelle und in ihrem Verbund tritt das Problem auf, wie die für unsere Begriffe und Sinne unendliche Vielzahl von Vorgängen erfassbar ist. Die Natur hat dafür die Lösung durch den Instinkt gefunden. In hochtechnisierten Gesellschaften ist er aus vielerlei Gründen vernachlässigt und verkümmert oder durch Außeneinflüsse abgestumpft. Auch deshalb ist die Diskussion um den „Elektrosmog“ so konträr und zu einer wahrscheinlich niemals endenden Geschichte geworden.

Wie kommt Elektrizität in den Körper? Sieht man von der höchst unnatürlichen Zufuhr durch künstliche leitende Anschlüsse und dem recht seltenen Sonderfall Blitzschlag ab, so bleiben die folgenden Möglichkeiten:

– sie entsteht darin (Zellpotentiale; Stoffwechselvorgänge als biochemisches/bioelektrisches Geschehen; Potentialaufbau an teildurchlässigen Membranen)

– man kann sie einatmen in Form kleiner elektrischer Ladungen, etwa als Ionen. Beispiele: Wasserfallelektrizität, Brandung

– Influenz, auch in Verbindung mit Bewegungs- und Stoffparameter-Änderungsvorgängen, verursacht Potentialdifferenzen und Ausgleichströme. Beispiel: Bewegung, etwa Gehen im luftelektrischen Feld

– Induktion, auch in Verbindung mit Bewegungsvorgängen

– Zustrahlung elektromagnetischer Felder, Wellen und Impulse mit allen Möglichkeiten der Absorption, Reflexion, Brechung, Beugung, Interferenz, Resonanz u.a.m.

– Beliebige Kombinationen aus sowohl diesen Möglichkeiten als auch den dabei auftretenden Parametern wie Zeiten, Amplituden, Richtungen der Vektorgrößen, Frequenzen, Spektren, u.v.a.: Eine mehrfach unendliche Vielfalt.

Hier sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass kein Zeitpunkt im Leben eines Körpers völlig identisch mit einem anderen ist, was nicht nur durch den allseits bekannten „Biorhythmus“ als makroskopischer Erscheinung einleuchtet. Damit gibt es auch eine Erklärung für die Aussagekraft einzelner, meist kurzzeitiger Versuche an einzelnen Individuen oder Individuengruppen. Und jeder Körper ist individuell, macht auch aus einer aufgenommenen Gemeinschaftsnahrung etwas höchst individuelles, was jeder Hund bestätigen könnte), warum sollte es mit der von außen eingebrachten Elektrizität anders sein?

Bei diesen Gegebenheiten wird die Betrachtung größerer Bevölkerungsgruppen oder besser noch ganzer Bevölkerungen unter längerwährenden elektrischen Einflüssen interessant. Solche Gedanken dürften Studien wie denen von Wertheimer und Leeper 1979 zugrunde gelegen haben. Das Problem ist, dass hier sehr viel mit Annahmen, Schätzwerten und Vermutungen gearbeitet werden muss, was sich auf die Aussagen entsprechend auswirkt. Damals wurde auch der Gedanke des „wire code“ geboren, ein Produkt der typischen Stromversorgung in den USA und Kanada. Unter Berücksichtigung dieser Fakten wurde eine Reise nach Amerika unternommen, da dort:

– der Energieverbrauch je Kopf der Bevölkerung etwa um den Faktor 2 höher ist als in Europa (statistischer Durchschnitt)

– dieser gewaltige Energie-„Verbrauch“ logischerweise dort stattfindet, wo Menschen sind, umsomehr als die klimatischen Gegebenheiten für günstige Lebens- und Arbeitsbedingungen im größten Teil des Jahres Energieeinsatz erfordern;

– die Energie zu einem erheblichen Teil in der Form elektrischer Energie verteilt und angewendet wird.

Nach Aussage der zuständigen Institutionen werden in

Deutschland jährlich 480 TWh erzeugt und umgesetzt, in den
USA sind es 3016 TWh, in
Kanada 473 TWh, je Kopf der Bevölkerung dort das Zwei- bis fast Dreifache.

Da aus den o.a. Gründen detaillierte Messtechnik nicht realisierbar war, kamen nur qualitative Erfassungen und globale, aber realistische Erfassungen unter Einsatz des Instinkts und Hintergrundwissens in Frage.

Die Anordnung der qualitativen Erfassung musste eine Reihe Bedingungen erfüllen, etwa:

– klein, leicht, robust, unempfindlich gegen Staub, Feuchtigkeit, Stoß, Vibration usw.

– einfach und unauffällig zu handhaben; weiter „Empfangsbereich“, überlastfähig;

– Rückschlüsse auf Feldstärke und Richtung zulassend;

– in sicherheitskritischen Bereichen betreibbar (etwa Flugzeug)

– zuverlässig, kostengünstig.

Aus den möglichen Prinzipien wurde schließlich das Induktionsprinzip von 1831 mit dem Ohr als Empfangsorgan als beste und verblüffend einfache Lösung für alle Bedingungen ausgewählt. Realisiert wurde dies durch eine Spule und einen akustischen Wandler. Bei Betrachtung der Ohr-Gehör-Charakteristik sieht man, welch unglaublich geringe Energien noch registriert werden können. Mit der realisierten Anordnung lässt sich ohne Verstärker das magnetfeldverursachte „Ticken“ einer elektrischen Uhr hörbar machen!

So gerüstet, begann die Reise mit einem Intercity der Deutschen Bahn. Schon auf dem Bahnsteig deutlich hörbar: die Fahrstromleitung, und zwar auch mit viel höheren Geräuschfrequenzen als 16 2/3 Hz. Der herannahende Zug macht sich elektrisch bemerkbar noch bevor er in Sichtweite ist. Die vorbeifahrende E-Lok und die Generatoren, wie auch Klimaanlagen der Wagen, sind an ihren magnetischen Feldern zu erkennen. Im Zug ist der Einfluss der Fahrleitung je nach Standort nachweisbar.

Umsteigen in den modernsten ICE: Auch hier sind Magnetfelder verschiedener Frequenzen und Intensitäten nachweisbar, besonders intensiv vor den Informations-Bildschirmanzeigen. Ob die Bahn weiß, was sie ihren Fahrgästen und vielleicht eines Tages sich selbst da antut?

Ankunft am Flughafen. Natürlich ist bekannt, dass auf Flughäfen besonders viel Elektrizitätsenergie-Umsetzung erfolgt, entsprechend sind die zahlreichen Magnetfelder, etwa aus Reihen von Bildschirmanzeigen, Buchungscomputern, Abfertigungseinrichtungen u.v.a. Lässt die Flughafenbetreiber das kalt?

Im Flugzeug, einer L-1011, sind beim Sitz etwa in der Mitte des Flugzeugs mindestens zwei Töne mit hellem Sirren unterschiedlicher Frequenz auszumachen, die zugrundeliegenden Magnetfelder haben auch verschiedene Richtung, der Ursprung liegt offensichtlich in der Verkabelung am Boden bzw. an der (hohen) Decke. Die abgedeckten Leuchtstofflampen über den Fenstern liefern einen hochfrequenten Magnetfeldbeitrag. Auch im WC erzeugen die Leuchtstofflampen ein kräftiges helles Sirren im Hörer, und durch manche Kunststoffverkleidung summt ein Magnetfeld hindurch. Mit Zwischenlandung und Verspätung ist der Passagier elf Stunden praktisch bewegungslos in diesem Feldgemisch fixiert, dazu beaufschlagt mit einem gewaltigen Geräuschpegel (der am heimischen Arbeitsplatz gewiss Auflagen der Behörden auslösen würde) plus einem künstlichen Klima, alles während langer Zeit, zusätzlich garniert mit Höhenstrahlung / Kosmischer Strahlung, die bei Fehlen von rund 10 km Dämpfung durch dichte Luft natürlich deutlich an Intensität gewinnt.

Endlich erfolgt die Landung auf dem Flughafen des Zielkontinents, auf dem der Passagier, inzwischen ermüdet und ermattet nur noch zahlreiche Magnetfeldquellen an sehr vielen Ecken des weitläufigen Komplexes feststellt. Nach Übernahme des Mietwagens wird dann erst mal ein Hotelzimmer bezogen. Im ersten Hotelzimmer erweist sich das Telefon als Quelle eines besonders seitlich intensiven Magnetfeldes, das als hoher Ton registrierbar ist. Beim Abheben brummt das Magnetfeld des Hörers: Wie bei allen Magnet-Höreinrichtungen wird ein ordentliches Magnetfeld direkt in die empfindlichen Teile des Ohrs appliziert. Im Bad melden sich die Leuchtröhre und deren Drossel unmittelbar über einem Großspiegel mit einem Magnetfeld im Hörbereich. Interessant: Der Großspiegel leitet das nur wenig gedämpft weiter! Schließlich kann noch der elektrische Radiowecker mit seinem tiefen sonoren (magnetischen) Brummen, das an seiner linken Seite ungehindert durch das Kunststoffgehäuse austritt, als beachtliche Feldquelle identifiziert werden. Auch die Klimaanlagen-Stromzuleitung darf im Betrieb ein stolzes Feld ihr eigen nennen.

Ach ja: Wir sind in einem Land, das gegenüber unserer Heimat nur halbe Verbraucherspannung, dafür doppelten Verbraucherstrom aufweist.

Man kann es mittels der Felder u.a. auch an Schaltern und Steckdosen nachweisen und auch, dass da nicht nur 60-Hz-Frequenzen drauf sind. Der Hauptstörenfried Fernseher bleibt vorsichtshalber ausgeschaltet. Nach einer letzten qualitativen Magnetfeldprüfung des Feuermelders, der im Leuchtdiodenblitz-Takt geringe Intensität zu haben scheint, fällt der Blick auf zwei riesige Lampen vor dem Zimmerfenster, die einen hochragenden Stahlmasten krönen. So unmittelbar am Flughafen ist das ein tolles Antennengebilde, in der Einfachspule nicht hörbar, allenfalls mit angemessener HF-Ausstattung messbar; aber das soll die Nachtruhe nicht stören, die auf einer Matratze mit Metallspiralfedern und einem metallischen Rost beide mit Affinität zu elektromagnetischen Feldern, ganz gut gelingt.

Der nächste Tag beginnt im Frühstücksraum, dezent aber hell erleuchtet – und „befeldet“ mit mehreren Frequenzen.

Der schöne Automatik-Mietwagen kommt als nächstes dran. Er weist viel Elektrik und Elektronik auf, was zahlreiche Magnetfelder zur Folge hat, ein sehr bemerkenswertes direkt über den Fahrer-Oberschenkeln. Die Funktionen einer Reihe Automatiken und Einrichtungen übersetzt die mitgeführte Prüfeinrichtung sehr deutlich ins Akustische.

In Amerika und Kanada müssen Geschäfte, auch Highway-Raststätten, innen und außen immer reichlich bunt mit Lauf- und Wechsellichtern beleuchtet und zahllosen Automaten garniert sein. Dies alles braucht Strom, viel Strom, und damit noch mehr strombetriebene Klimaanlage. Der nachweisbare Magnetfeldwirrwarr ist eindrucksvoll.

Zur Übernachtung nimmt uns ein bescheidenes Motel auf, Ausstattung wie immer: Viel Licht, viel Strom, Klimaanlage, Fernseher, Letztere haben im Betrieb immer starke, wenn auch in der Intensität unterschiedliche Magnetfelder zur Folge. Fernseher und Klimaanlage bleiben zum Schlafen also ausgeschaltet.

Am folgenden Tag geht es in eine Großstadt, Downtown. In einem imposanten Hotel steht eine bestens ausgestattete Suite zur Verfügung. Schon in der Tiefgarage wird reichhaltiges Magnetfeld-Menü geboten: Rauchmelder, Telefon, Durchsageanlagen, Fernsehkameras, Sprinkleranlagen, Beleuchtung, Lüftungseinrichtungen, Rohrleitungen als Feldverzerrer, Antennen, Reflektoren und Leiter für vagabundierende Ströme. Den armen Vögeln, die sich hierher verirrt haben, hilft nichts mehr, ihr Instinkt wird durch diese Einflüsse nebst Lärm und Abgasgestank wertlos, und Nahrung gibt es auch kaum.

Was für ein Omen!

Von der Tiefgarage zur Hotel-Empfangshalle führt ein Aufzug, dessen Drucktasten nur kleine Magnetfeldpiepse von sich geben, umsomehr spendet das elegante Leuchtstoffröhrendekor an seiner Decke und den Wenden, demgegenüber nimmt sich das Magnetfeldsummen der Gegensprechanlage bescheiden aus. Der Aufzugmotor und die Steuereinrichtungen, die gewiss mit saftigen Anfahr- Betriebs- und Bremsströmen brillieren, sitzen unerreichbar an der Hochhausspitze.

In der Suite die angemessene Ausstattung: Ein Dutzend Lampen, Telefon, Kühlschrank, Klimaanlage, Radiowecker, Kaffeemaschine, Bügeleisen, Fernseher nebst Fernbedienung, Rauch- und Feuermelder, alles magnetfeldmäßig ziemlich ruhig, mit Ausnahme des Fernsehers im Betrieb. Die Magnetfelder der flexiblen Zuleitungen dokumentieren die gegenüber deutschen Verhältnissen doppelten Betriebsströme. Magnetisch laut wird es im Bad, wenn der leuchtstoffröhrenerstrahlende Großspiegel begutachtet wird und nicht nur akustisch lauter, wenn der Fön mit seinem Kunststoffgehäuse eingeschaltet wird. Auch hier wird wieder beobachtet, wie die Spiegelfläche fortleitet.

Das Schauspiel der Niagarafälle beeindruckt sehr. Wegen des alles durchdringenden Geräusches der „Donnernden Wasser“ kann die Magnetfeld-Suchspule nicht zum Einsatz kommen. Eine Einrichtung zur Messung elektrischer Feldstärken steht leider nicht zur Verfügung. Das ist bedauerlich, denn die Wasserfallelektrizität und Ionenkonzentration dürfte an den Fällen bemerkenswert sein. Den Fällen wird durch die Elektrizitätswerke weit oberhalb das Wasser abgegraben und zur Elektrizitätsgewinnung herangezogen. Mit einem Teil des erzeugten Stroms werden dann nachts die Wasserfälle pinkfarben beleuchtet, auch eine Art Rückkoppelung, oder muss man hier „feedback“ sagen?

Ein Abstecher zu einer Ausstellung im (für nordamerikanische Begriffe) nahegelegenen Toronto zeigt in den Messehallen das übliche Bild eines perfekten Feldwirrwarrs, denn jeder noch so kleine Stand wird mit Elektrizität für Energie und Kommunikation versorgt, zusätzlich zu einem Kosmos an zusätzlicher elektrischer Einwirkung auf ein Messegebiet, das mitten in einer Großstadt liegt. Erstaunlich, dass sich dort Aussteller anbieten, sogenannte körpereigene Schwingungen abzufühlen und auszuwerten, gar mit der Zufuhr „inverser Signale“ Verbesserungen beim Individuum erzielen wollen – alles mit unabgeschirmten Leitungen in freier Umgebung. Doch das und Ähnliches kann man an jedem Platz der Welt bei vergleichbaren Ausstellungen erleben.

Wer weiß, vielleicht entstehen auch große Musikschöpfungen in der Nachbarschaft von Presslufthämmern?

Einzigartig ist hingegen der unweit stehende „CN-Tower“ mit seinen 553 m – die man ihm gar nicht ansieht, irgendwo reicht das menschliche Maß für so etwas nicht mehr aus. Vom elektrischen Erdfeld her gesehen ist das eine ideale feldstärkeerhöhende Entladungsnadel, was auf Nachfrage prompt bestätigt wird: Die Zahl der mehr oder weniger stillen Entladungen sowie donnernden Blitzeinschläge ist Legion und ein beliebtes Fotomotiv. Der kundige Thebaner denkt mit Hochachtung an die Erbauer und wie sie das Problem des auch personensicheren und störungsfreien Betriebes bei gewaltigen Stoßströmen gelöst haben; Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) und EMVU in Dauerpraxis.

Nach einer weiteren Nacht, die vorangegangene Aussagen bestätigt, wird Unterkunft in einer Freizeiteinrichtung genommen, die sich der Natur und dem natürlichen Leben verschrieben hat. Ringförmig über das ausgedehnte Gelände zieht sich die amerikanisch/kanadische Stromversorgung. Holzmasten mit und ohne Masttransformatoren, Schalteinrichtungen und dgl. und viele Abzweige für Campingwagen-Stellplätze, die sogenannte Recreational Vehicles (RV) und Komfort-Zelte. An Holzmasten ist mit der Suchspule deutlicher „Brumm“ festzustellen, er wird noch stärker an den Ableitungskabeln, an der Erdungsleitung und sogar an den Stahl-Mastabspannseilen. Aus nicht auszumachenden Gründen ist auf der Liegewiese am Haus flächendeckend magnetischer tiefer Brumm auszumachen.

Die Getränkeautomaten mit ihren Kühleinrichtungen zeigen tiefes Brummen, im Ausgabefach wird es im Hörbereich hochfrequent, Ähnlich, aber anders in der Umgebung der Wähleinrichtung und des Münzeinwurfs.
Ganz lautes magnetisches „Kreischen“ im Hörbereich gibt die Farbdiodenleuchtanzeige / Laufschriftanzeige über der Bar von sich. Spielautomaten stoßen mit grässlichen Magnetfeldgeräuschen ab, mannshohe Spiegel zeigen die vorbeschriebenen Fortleitungseffekte, diesmal sogar mit Knotenstellen. Scheinwerfer und ihre Helligkeitsregler fallen durch angenehm anzuhörende aber intensive Magnetfeldfrequenzen auf.

Die Weiterreise geht durch endlose Räume, über die sich der mausgraue Highway in Wellen hinwegrollt, meist begleitet von Stromversorgungs- und Telefonleitungen. Bei einigen Unterbrechungen zum Essen und Pausieren werden vorstehend geschilderte Beobachtungen bestätigt. Auffallend viele Stahlgitter-Funkmasten mit rundstrahlenden und Richtantennen zeigen, dass ein großes, dünn besiedeltes Land zwangsläufig viel Funk braucht und damit auch viel hochfrequente Energie rundstrahlt oder mit Parabolspiegeln, Yagi- und Kurzwellen-Spreizdipolen in bestimmte Sektoren verteilt. Die außerordentlich langen oberirdischen Stromversorgungsleitungen fangen davon wie auch den natürlichen elektrischen Erscheinungen sicher einen beträchtlichen Teil ein. Zwei Schilder am Straßenrand warnen vor dem Gebrauch von eigenen Funksendeanlagen in einem bestimmten Abschnitt. Warum wird nicht gesagt.

In einem weiteren Großstadthotel wird dem Besucher die Ehre einer Business-Suite angetan. Wieder ist es ein Hochhaus, wieder ein Fahrstuhl mit Schacht (ist der nicht mit seinem stahlwandgerüst und der Betonarmierung so etwas wie ein Rechteckhohlleiter, in dem der Fahrstuhl für variable Resonanzwellen sorgt, eine Art überdimensionaler Messleitung?).
In den großzügigen Räumlichkeiten finden sich gleich zwei moderne Fernseher. Im ausgeschalteten Zustand sind sie magnetisch ziemlich still, nur ein integrierter Fernbedienungsteil gibt leise magnetisch im Hörbereich erfassbare Geräusche von sich, während die Fernbedienung bei Betätigung Zwitschergeräusche hörbar werden lässt. Auch das Telefon ist im Ruhezustand magnetisch ziemlich friedlich, ebenso im ausgeschalteten Zustand Mikrowelle, Elektroherd, Kaffeemaschine, Kühlschrank.

Dafür zeigt das Magnetfeldbrummen am Sicherungskasten, dass auch im „Ruhezustand“ durchaus nennenswert Strom verbraucht wird. Das fährt natürlich gewaltig hoch, wenn alle Segnungen der Technik genutzt werden, wie Luftabsauger, Sonne, Sprudelbad und Fön im Bad, die dann sonores Strombrummen zeigen, die dann magnetisch gar nicht mehr ruhigen Fernseher, die beiden großen Klimaanlagen, natürlich die gesamte elektrische Kücheneinrichtung und die vielen Beleuchtungskörper. Demgegenüber sind Alarmklingel und Rauchmelder mit ihrem leisen Magnet-Sirrton nur kleine Fische. Tatsächlich: Einer der Fernseher steht wieder vor einem Riesen-Spiegel, die Suchspule findet unterschiedlich lauten Brumm über seiner ganzen Fläche.

Von draußen hebt – noch mitten in der Stadt – ein in dem „Downtown-Ambiente“ etwas deplaziert wirkender Holzmast einen dicken grauen Masttrafo vor eines der prunkvollen Fenster. Er verbreitet ein ordentliches Feld um sich herum, augen- bzw. ohrenscheinlich mit mehr als nur 60 Hz Frequenz. Auch dieser Holzmast zeigt bei Untersuchung mit der Spule ein deutliches Brummen an seiner ganzen umgänglichen Oberfläche. Im Bad kommt (erst jetzt) der Gedanke, auch mal den eigenen Elektrorasierer (ein gutes deutsches Markenfabrikat) und die Suchspule einander anzunähern. Ein höllisches Kreischgeräusch ist zu vernehmen. Der Autor erinnert sich, selbiges Gerät anlässlich einer EEG-Aufnahme als provisorischen Störer am Kopf eingesetzt zu haben, ohne dass sich das EEG dadurch erkennbar veränderte. Hatte es so gute Filter? In den Hotelfluren und der Empfangshalle finden sich tiefere Brumm und hellere Summstellen, ohne augenfällige Ursache. Das Sicherheitstableau für das gesamte Hotel erweist sich als Fundgrube für Magnetfelder. Mindestens vier charakteristische Feldgeräusche lassen sich unterscheiden.

Die Weiterreise führt an einen idyllischen Ort, eine Lodge an einem einsamen See mitten im Wald. Vom Highway mit seiner parallellaufenden Hochspannungsleitung zweigt eine Stichstraße zur Lodge ab, ihr zur Seite läuft die heruntertransformierte Stromversorgungsleitung, natürlich auf Holzmasten. Das ebenerdige Haupthaus mit Empfang und Restaurant hat auch einige Gästezimmer, holzverkleidete Wände und Decke, Seeblick, Veranda und ist sehr gemütlich. Die Suchspule zeigt überall im Raum und im Bad ein Brummen, überlagert von höherfrequentem Sirren, ohne dass die Quellen lokalisiert werden könnten; im Gegensatz zu Einrichtungsteilen wie dem großen Deckenventilator, der nur in seiner engsten Motorumgebung brummt; dem Videokassettengerät mit Empfangsteil, das an einigen Stellen tiefen und hohen, recht intensiven Magnetbrumm zeigt; dem Notlicht an der Wand, das sich mit hellem starkem Brummen meldet; dem Fernseher, der auch im AUS-Zustand seitlich tief und stark magnetische Brummgeräusche aussendet. Als weitere (gemäßigte) Quellen und/oder Leiter solcher Effekte erweisen sich der Lüfter im Bad, die Wasserleitung, der Spiegel, der schwach brummende und sirrende Feuermelder, während die Temperaturregler in Zimmer und Bad nur leise sirren. Bei Betätigung zwitschert die Fernseher-Fernbedienung in altbekannter Weise, während die mit Glühbirnen bestückten Lampen magnetisch ziemlich ruhig sind.

Die Lodge besitzt auch einzelne freistellende Holzhäuschen / Cabins, eines wird in der Folge bezogen. Elektrisch ist es bei ausgeschaltetem Fernseher recht ruhig, eigentlich das ruhigste Quartier bisher. Selbst beim Kühlschrank brummt es nennenswert nur an der Zuleitung. Der elektrische Heißwasserbereiter im Bad mit seinen 15 000 BTU/h kann nicht im Betrieb untersucht werden. Außer dem Sicherungskasten und vorerwähntem sind kaum Felder festzustellen, auch hier erweist sich der mächtige Deckenventilator als elektromagnetisch still. Diese Cabin lässt den Körper auch magnetfeldmäßig zu Ruhe und Erholung kommen, zum ersten Mal nach fast zwei Wochen.

Aber bald geht es weiter. Am Wege lädt eine Art Heimatmuseum ein: Eine Reihe kleiner historischer Wohngebäude, einklassige Gemeinschaftsschule, Geräteschuppen mit Ausrüstung für Landwirtschaft und zugeordnetes Gewerbe, Schreiner- und Schmiedewerkstatt. Natürlich: Kein Strom! Kaum Metall am Bau, kein Kunststoff, dafür viel Holz, Stein, Baumwolle und Leder. Das danebenstehende Windrad liefert nur mechanische Energie für Pumpe und Antriebe. Für einen Moment erscheint Rückblende und Vergleich mit der soeben verlassenen Cabin und die Erkenntnis, dass unsere Vorfahren bis vor gar nicht so langer zeit zur Einhaltung des natürlichen Rhythmus gezwungen waren. Erst die umgängliche Anwendung der Elektrizität machte die Nacht zum Tage, wandelte die Stille zum Lärm und beendete die Folge der natürlichen Rhythmen. „Na und…“, wird der Chor der Befürworter sagen, „was ist denn Schlimmes passiert?“ Nun, vordergründig scheint alles in Ordnung, aber seht die Leute und ihre Gesellschaft im Vergleich zu früher genau an; die Natur lässt ihrer nicht spotten, was ist ein Jahrhundert in diesem Zusammenhang!

Die folgende Nacht wird in einem Motel verbracht, das trotz seines hoch anspruchsvollen Namens nur eine schmutzige und stinkende Unterkunft bietet. Darüber hinaus, Zufall oder nicht, ist auch die magnetische Feldbelastung erheblich. Die schmierige und klapprige Klimaanlage verbreitet neben ihrem Höllenlärm auch ein ebensolches Magnetfeld, der ausgeschaltete Fernseher, ein Modell älteren Datums, zeigt an der Seite extremes Brummen; Steckdosen und Zuleitungen, sinnigerweise direkt am Kopfende des Bettes und in Kopfnachbarschaft, weisen durch entsprechende Geräusche auf ein starkes Feld hin. Ein halbzerstörtes Interkom (mit unbekannter Gegenstation) als Wandeinbau erweist sich als elektromagnetisch noch recht aktiv, angezeigt durch helles Knurren. Die Stätte wird am nächsten Morgen mit Erleichterung verlassen.

Der folgende Abend bringt etwas Unvorhergesehenes: Am Wegesrand lockt ein Schild „Little Switzerland“ mit Holzcabins auf einer weitläufigen Wiese an einem See. Stop und Anfrage. Der erste Eindruck vom wesensverwandten deutschschweizerischen / europäischen Stil wird erhärtet, unglaublich: Es gibt keinen Fernseher! Die Stromversorgung auf dem gesamten Gelände ist verkabelt, elektromagnetisch ist die ganze Hütte und auch das Gelände recht ruhig. Beim erholsamen Schlafblicken von den Bildern an den Wänden Schweizer Berge herab. Alles geht zu Ende, auch interessante Forschungsreisen. Der Abschied vom „Little Switzerland“ ist herzlich, nach einigen Stunden Fahrt ist der Abflughafen erreicht. Dort wird man von magnetischen Feldgrößen dicht eingehüllt, beginnend schon bei der Annäherung durch die zahllosen hochfrequenten Sender, die zusätzlichen niederfrequenten beginnen spätestens mit Einfahrt in die Tiefgarage.

Wollten alle Quellen aufgesucht und aufgezeichnet werden, hätte man wochenlang zu tun – und bräuchte natürlich auch größere Ausrüstung. Aber wer Flugbetrieb und Bodenanlagen kennt, braucht zur Abschätzung der Größenordnung eigentlich nur eine Zahl:

Den elektrischen Anschlusswert des Flughafens. Das dürfte bei der hier vorliegenden Dimension des Flughafens die Größenordnung eines beachtlichen Kraftwerks sein.

Es fällt auf, dass die (hier gegenüber Europa noch größer dimensionierten) Bildschirmanzeigen starke Magnetfelder in verschiedenen Frequenzbereichen zeigen und die „Check-in“-Plätze enorme Magnetfelder um sich herum haben. Waagen, alle möglichen Datenverarbeitungsgeräte u.a. sind die Quellen. Besonders magnetisch laut wird es bei den Sicherheitskontrollen, ob Gepäckdurchleuchtung, Personenprüfrahmen oder Handsuchspule: Starke Felder in verschiedenen Frequenzbereichen, der Personenprüfrahmen hier ist – im Gegensatz zu den deutschen – noch in 2-3 m Abstand zu „hören“. Das arme Personal!

Rückflug. Im Luftfahrzeug das schon bekannte Erscheinungsbild. Nach einem ebenso romantischen wie schnellen Sonnenuntergang, kurzer Nacht und geltendem Sonnenaufgang gewährt der Flugkapitän einen Besuch im Cockpit. Die Suchspule fährt an den Konsolen entlang, bestätigt die Vermutung. Auch diese Herren sitzen lange Stunden und bewegungsarm in einem von vielen munteren Magnetfeldern erfüllten Raum. In neueren Flugzeugen haben sie noch Bildschirme vor sich, und auf dem Ohr schöne Magnetfelderzeuger. Und auch die Flugbegleiter bekommen ihren Teil ab, in der Bordküche sind leistungsstarke elektronische Geräte, alles muss schnell gehen. Derweil sind die Passagiere mit Mini-Magnetohrhörern versorgt; die Überprüfung ergibt, dass man mit der Spule in der Nähe dieser Ohrhörer bequem mithören kann, also: Kräftige Magnetfelder dicht am empfindlichen Ohraufbau, von dem es nicht weit zum Gehirn ist.

Landung und Ausgangskontrollen verlaufen ohne besondere magnetische Feld-Vorkommnisse. Wie klein doch alles in Deutschland ist!
Auch die restlichen Stunden der Heimfahrt im ICE zeigen die schon bekannten Phänomene. Im Vergleich zu früheren Eisenbahnwagen: Schöne neue Züge mit viel mehr Elektrizität und Feldbelastung.

Ob der Trend immer so weitergeht? Und was ist mit der Einwirkung auf immer mehr große passive, aber auch aktive / intelligente metallische Implantate wie Knochennägel, Pumpen usw., die von immer mehr immer älteren Leuten getragen werden?

Zu Hause angekommen, weiß man zu schätzen, was man hat. Tief eingebrachte Erdkabel, ordentlich verlegt, 230 V bedeuten gegenüber dem Reiseland halbe Stromstärken, und nicht jeder muss mehr oder weniger zwangsläufig ein Funkgerät betreiben; ein ausgeglichenes Klima erleichtert uns den Verzicht auf stromfressende Klimaanlagen, jedenfalls solange nicht Unsinn propagiert, für „in“ erklärt, importiert und gedankenlos nachgemacht wird.

Man sollte sich öfter an seine Vorfahren, deren Geschichte und Lebensumstände erinnern, sowie über Ursachen und Wirkungen bezüglich des eigenen Lebenslaufes und der eigenen Gesellschaft nachdenken.
Und es gibt Länder mit hunderten von Millionen Einwohnern, in der die Beeinflussung durch Magnetfelder mehr als doppelt so hoch ist wie bei uns; und das schon über mehrere Generationen. Auch dort gibt es Berufsgruppen, die relativ ganz besonders hoch belastet sind, gerade mit Magnetfeldern. Im Vergleich zu uns ist das sehr viel mehr.

Das kann auch bei unserer Behandlung des Themas „Elektrosmog“ weiterhelfen und zu einer gewissen Entspannung führen, wenn man es denn rational angeht.

Merke: Reisen bildet…oder könnte bilden.

Dieser Reisebericht ist nicht nur als eine belustigende Art der Wahrnehmung der Umwelt (Besser: Menschenverursachter Umwelteinflüsse) anzusehen. Was wäre, wenn wirklich unerfreuliche Zusammenhänge zwischen schweren Krankheiten und Magnetfeldeinflüssen nachgewiesen würden? Oder kann sich jemand das wirtschaftliche, soziale und militärische Szenario vorstellen, wenn menschenverursachte Luftverschmutzung / Abgase und elektromagnetische Felder und Wellen als gefährliche Kombination erwiesen wären?