Strahlenbelastung reduzieren 

Internationale Konferenz über Mobilfunksender in Salzburg – Salzburger Vorsorgewert

Eine internationale Konferenz über Mobilfunksender findet noch heute, Donnerstag, in der Großen Aula der Universität Salzburg statt. Veranstalter ist das Land Salzburg. 20 Wissenschafter und Experten der öffentlichen Gesundheit reisten aus der Schweiz, den USA, Neuseeland, China oder Russland an.
Es geht um die (alte) Frage, die bis dato noch nicht zufriedenstellend beantwortet werden konnte: Wie gesundheitsverträglich ist die Strahlenbelastung durch Sender? Betroffene klagen etwa über Kopfschmerzen, Herzrhythmus-Störungen, Schlafstörungen, Depression oder Müdigkeit.

Die Umweltmediziner des Landes Salzburg empfehlen die Anwendung eines Vorsorgewertes von 1 Milliwatt / Quadratmeter. Dieser Wert liegt signifikant unter der WHO-Richtlinie. Welche Argumente für oder gegen die Salzburger Haltung sprechen, soll auch geprüft werden.

„Die WHO stützt sich – auf einem Auge blind oder einem Ohr taub – auf die Aussagen eines Expertengremiums, nämlich der ICNIRP, die selbst bei jeder Gelegenheit weitere Forschungen fordert, einschränkende Aussagen tätigt, aber apodiktisch Grenzwerte festlegt“, kritisiwerte Umweltmediziner Christoph König einleitend. Die WHO musste seinen Ausführungen nach schon öfter korrigieren, ob bei der Festlegung von Grenzwerten für Luftschadstoffe oder deren toxikologischen Grenzwerte für Trinkwasser. König fordert eine vorbehaltlose Diskussion über die athermischen bzw. biologischen Wirkungen der gepulsten hochfrequenten Elektromagnetfelder. Nur dann kann seiner Meinung nach das tatsächliche gesundheitliche Risiko durch die Strahlenbelastung objektiv eingeschätzt werden. Es könne nicht gesundheitsfördernd und befriedigend sein, wenn Exposition ohne Rücksicht auf die Exponierten betrieben werde und Betroffene der Möglichkeit beraubt werden, sich zu informieren, Erfahrungen zu sammeln, Entwicklungen kritisch abzuwägen und bei positivem Prüfungsergebnis zu akzeptieren. Auch Königs Kollege, Gerd Oberfeld, kritisierte den einseitgen Informationsfluss von WHO, ICNIRP und Netzwerk-Betreibern.

Die beiden Umweltmediziner drängen auf Änderung der Rechtslage in Österreich. Der Schutz für Gesundheit muss im Telekommunikationsgesetz definiert werden. Der Bund dürfe sich aber auf keinen Fall an den viel zu hohen WHO-Werten orientieren.